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Vergleich CPM S30V und D2 – welcher der beiden ist der bessere Messerstahl?

CPM S30V und D2 – sowohl D2 als auch CPM S30V sind eine vorzügliche Wahl für Messerklingen. Jeder der beiden Stähle bietet eine gute, wenn auch keine extreme, Korrosionsbeständigkeit, da bei der Herstellung von beiden eine gute Portion Chrom verwendet wird. Wer sich zwischen beiden entscheiden muss hat es nicht leicht, denn so gesehen ist keiner der beiden besser oder schlechter sondern „anders“. So gesehen läuft es unterm Strich auf zwei Kriterien raus: Prestige – also, möchte man lieber ein Messer aus D2 oder CPM S30V – oder ist der Preis das entscheidende Kriterium. Aber eins nach dem anderen.

Wesentliche Unterschiede von CPM S30V und D2

D2 ist der kostengünstigere der beiden Stähle weist aber nicht die Härte oder Zähigkeit von CPM S30V auf. Allerdings sind die Unterschiede nicht dramatisch. Auch gilt S30V gilt als echter Edelstahl, wohin gegen D2 etwas Chrom fehlt, daher ist er nicht ganz so „rostfrei“.

Zusammensetzung von CPM S30V und D2

KohlenstoffChromVanadiumMolybdän
CPM S30V1,45%14%4%3%
D21,5%12 – 13%0,6%0,8%

Wenn Geld keine Rolle spielt, sollten man sich auf jeden Fall für den Teureren entscheiden. Zumal eine Reihe von Messerherstellern der Meinung ist, dass es keinen besseren Klingenstahl gibt – alle Parameter berücksichtigt. Macht ja auch Sinn, denn schließlich wurde CPM S30V von einem Messermacher entwickelt.

Andererseits, wenn Geld der limitierende Faktor ist, dann ist D2 immer noch eine gute Wahl für eine hervorragende Klinge. Sein Chromgehalt liegt im Bereich von 11% bis 13%, was bedeutet, dass es nur knapp unter dem „offiziellen Grenzwert“ für Edelstahl von 13% liegt, der einen Stahl offiziell als „rostfrei“ definiert. Der Nachteil wenn der Wert geringfügig darunter liegt? Der reicht von „gar kein Nachteil“ bis „braucht geringfügig mehr Pflege“. Denn, man darf auch nie vergessen: letztlich kann auch der am höchsten vergütete Edelstahl rosten wenn man ihn nur lang genug einer entsprechend korrosiven Umgebung aussetzt!

CPM S30V und D2 – ihre Qualitäten

Beide Stähle sind anspruchsvoll zu Schleifen, aber CPM S30V deutlich schwieriger. Auch hier gilt: des einen Vorteil des anderen Nachteil. Stahl, der schwer zu schleifen ist, hält dafür im täglichen Gebrauch sehr viel länger seine Schärfe, wohingegen Stahl der leichter zu schleifen ist, öfter mal nachgeschliffen werden muss. Aber auch dieses Kriterium sollte man nicht überbewerten. Die meisten Messerliebhaber (und man wird schneller zu einem als man denkt … 😉 ) pflegen ihre Messer ohnehin regelmäßig, und mit dem richtigen Werkzeug (Artikel zum Spyderco Sharpmaker: hier) ist es auch kein Problem anspruchsvolle Stähle nachzuschleifen.

Ein Beispiel.

Möchte man das ultimative Survival-Werkzeug herstellen, dann wäre es weise es aus dem im Zweifelsfall besseren Material herzustellen, denn es kann das eigene Leben davon abhängen. Die bessere Zähigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Schnitthaltigkeit des CPM S30V könnten den Unterschied zwischen Leben und Tod machen. Andererseits befindet man sich (hoffentlich) auch nicht permanent in einer Überlebenssituation und wenn dann geschieht dies meistens unvorbereitet, d.h. man muss sich glücklich schätzen überhaupt ein Messer zu haben und dann das Beste aus der Situation machen.

Auch ist das „beste“ Material nicht immer das beste Material für einen bestimmten Zweck. Beispielsweise sollte ein Überlebensmittel mit dem was man in Wald und Feld finden kann gut zu schärfen sein, was viele Highend-Stähle kategorisch ausschließt. Auch kann man damit leben es etwas rostet, was bei ständiger Anwendung weniger ein Problem ist. Viel mehr sollte es Zäh sein und jede Menge „Mißbrauch“ wegstecken können.

Für viele anderen Anwendungen, wie beispielsweise Taschenmesser die man als Werkzeug zum täglichen Gebrauch immer einstecken hat (auch „EDC-Messer“, siehe hier) ist D2 Stahl eine gute Wahl. S30V würde zwar eine geringfügig bessere Klinge ergeben, ist aber nicht unbedingt nötig und man möchte das Geld vielleicht eher in hochwertigere Griffschalen oder andere dekorative bzw. praktische Ausstattungsmerkmale stecken.

Fazit

Zusammenfassend kommt es bei der Entscheidungsfindung zwischen CPM S30V und D2 entscheidet, auf die Kosten und die Korrosionsbeständigkeit an. Benötigen man eine Klinge, die unter normalen Bedingungen garantiert nicht rosten wird? Dann sollte man S30V den Vorzug geben. Möglicherweise genügt aber auch ein „gewöhnlicherer“ Stahl – D2 wird die allermeisten Aufgaben ebenfalls zufriedenstellend erledigen, und das zu einem deutlich niedrigeren Preis. Natürlich ist es auch toll ein S30V-Messer sein eigen zu nennen, auch wenn es vielleicht etwas mit „Kanonen auf Spatzen geschossen“ ist. Am Ende heißt es, wie bei jeder vernünftigen Entscheidung, abwägen: Was sind die Vor- und Nachteile? Für was soll das Messer eingesetzt werden? Kann ich es mir leisten? Und nicht zuletzt: WILL ich es mir leisten?

Interessante Messer aus CPM S30V

Spyderco ParaMilitary 2, Artikel – hier.
Spyderco Manix 2: Artikel – hier.
Kershaw Blur, Artikel – hier.

Mehr zu CPM S30V und D2:

CPM S30V Herstellerangaben

S30V Edelstahl – Datenblatt – hier.

Beurteilung CPM S30V

CPM S30V Stahl – Eigenschaften und Informationen. – hier.

D2 Herstellerangaben

AIRDI 150 / AISI D2 – Datenblatt – hier.

Beurteilung D2

D2 Messerstahl – wie gut ist er und was kann er? – hier.

Leitfaden Messerstahl

Welcher Messerstahl ist der richtige für mich? – hier.

Tabellarische Übersicht Messerstahl

Referenztabelle Messerstahl – hier.

Favoriten nach Stahlsorte

Mittlere Oberklasse – hier.

Favoriten nach Stahlsorte

Untere Oberklasse – hier.

Messerstahl-FAQ – Teil 3

Verschiedene Stähle und ihre Eigenschaften – hier.

Noch mehr zu S30V

Outdoormesser.net nach „S30V“ durchsuchen – hier.

Noch mehr zu D2

Outdoormesser.net nach „D2“ durchsuchen – hier.

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