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Spyderco Manix 2 S30V – Beurteilung

Sooo … heute schauen wir uns mal das taktische Klappmesser Spyderco Manix 2 S30V genauer an. Spyderco hat im Laufe der Jahre einige sehr interessante Messer herausgebracht, wobei das Paramilitary 2 vielleicht sogar das beste EDC-Messer auf dem Markt ist. Also: wo steht das Manix 2 S30V im Vergleich dazu?

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Spyderco ist ein seit langen Jahren führender Messerhersteller der US-Messerindustrie mit Sitz in Golden, Colorado. Er erfreut sich großer Beliebtheit sowohl bei Messer-Enthusiasten als auch beim Militär und Beamten in der Strafverfolgung. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahrzehnten einen guten Ruf erarbeitet und ist bekannt für innovatives Design, hochwertige Herstellungsprozesse sowie die ausgewogene Ergonomie ihrer Produkte.

Die zweite Generation der Manix-Linie – daher Manix “2” – ist ein solides Messer das von Eric, dem Sohn von Sal Glesser, dem Gründer von Spyderco, entworfen und 2009 auf den Markt gebracht wurde. Es verfügt über eine Kugellagersperre, die außergewöhnlich gut funktioniert (dazu später mehr). Das Original Manix war bereits 2004 zu haben und hatte eine S30V-Klinge mit G-10-Griffen.

Viele waren enttäuscht, dass Spyderco den tollen S30V-Stahl des Manix beim Manix 2 durch den etwas schlechteren 154 CM ersetzt hatte. Gott sei Dank besann Spyderco sich aber, und kehrte ab 2012 zum hervorragenden S30V-Stahl zurück, den sie beim Manix 2 nun zum Standard erhoben haben – und das sogar ohne Aufpreis!

Eckdaten

  • Klingenlänge: 8,6 cm (XL: 9, 8 cm)
  • Gesamtlänge: 20,3 cm (XL: 22, 7 cm)
  • Geschlossene Länge: 11,7 cm (XL: 12,9 cm)
  • Gewicht: 143 g (XL: 147 g)
  • Klingenmaterial: Edelstahl S30V
  • Griffmaterial: FRCP
  • Verriegelungsmechanismus: Kugellagerschloss
  • Herkunftsland: USA
  • Preisspanne: Über 100 € (XL: über 200 €)

Varianten des Manix 2

  • Normalgröße und XL
  • Schwarze Klinge mit DLC-Finish
  • S30V, S90V, S110V, Carpenter CTS-BD30P, CTS-BD1, CTS-XHP Klingenstahl
  • Einfache, teilweise gezackte oder vollständig gezackte Klinge
  • G-10, Edgetek FRCP-Griff (Fiberglas-verstärktes Co-Polymer)
  • Vielzahl an Grifffarben

Viele dieser Varianten sind limitierte Auflagen mit verschiedenen Stählen und Beschichtungen, wobei einige dieser Varianten schwerer zu finden sind als andere. Ein Beispiel ist die Leichtversion des Manix 2, das unterm Strich zwar das gleiche Gesamtdesign hat, jedoch mit glasfaserverstärkten Copolymer-Griffschalen und dem CTS BD1-Stahl von Carpenter kommt.

Zusätzlich zur Standardgröße ist das Spyderco Manix 2 auch in einer XL-Version mit einer Klingenlänge von knapp zehn Zentimeter erhältlich.

Dimensionen & Merkmale

Das hier begutachtete Messer ist das Standardmodell mit S30V mit G-10– Griff. Das erste was beim Spyderco Manix 2 auffällt ist seine Robustheit.

Die hat allerdings ihren Preis: ein stolzes Gewicht von knapp 150 Gramm. Jetzt denkt man vielleicht, dass das nicht so viel ist, aber wenn man es mit dem über 30g leichteren Paramilitary 2, dem mehr als 20 g leichteren Kershaw Blur oder gar dem mit nur 83 g ultraleichten Benchmade 940 Osborne vergleicht, dann ist es schon ein Brocken!

Andererseits bewegt es sich gewichtsmäßig in einem Bereich der für ein EDC-Messer gerade noch tolerierbar ist. Zumal das Messer es durch seine hervorragende Ergonomie wieder wett macht. Und: es ist zwar nicht das leichteste EDC-Messer auf dem Markt, aber mit Sicherheit eines der Härtesten!

Die Gesamtlänge des offenen Messers beträgt 20,3 cm (ca. 11,7 cm geschlossen), und die Klinge ist 8,6 cm lang. Es ist ungefähr so ​​groß wie das Tenacious und ein bisschen kleiner als das Paramilitary 2. Es liegt sagenhaft gut in der Hand und fühlt sich an wie eine natürliche Verlängerung der Faust.

Wie ich bereits erwähnt ist die Klinge des Manix 2 aus CPM S30V, vollflächig geschliffen mit markanten Kerben und einem markanten 14 mm Lanyard-Loch für schnellen Einsatz. Es kursieren Bilder des Manix 2 mit einem Säbelschliff, der aber zum Glück mit der 154 CM-Version eingestellt wurde.

Stahl

Der vom Messermacher Chris Reeve und Dick Barber/Crucible Materials Corporation entwickelte CPM S30V-Stahl (siehe hier) ist äußerst verschleiß- und korrosionsbeständig. Er zeichnet sich aus durch gleichmäßig verteilte Vanadiumkarbide, was dem Stahl eine sehr feine Körnung verleiht und zu einer härteren Klinge führt, die wiederum besser schneidet als Klingen aus Chromkarbiden.

Buck Knives bezeichnen S30V als den “absolut besten Klingenstahl” der derzeit erhältlich sei. Jeder der sich schon etwas mit Messerstählen beschäftigt hat weiß aber, dass es durchaus bessere Stähle gibt. Dennoch ist S30V eine hervorragende Wahl für EDC-Messer ist und vielleicht der Stahl mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis im oberen Marktsegment. Zu schärfen ist er etwas mühsamer als minderwertigere Stähle, aber dank der bemerkenswerten Schnitthaltigkeit muss man hier nicht allzu oft ran.

Klinge

Die vollflächig plangeschiffene Klinge des Manix 2 eignet sich hervorragend zum Schneiden von allem Möglichen, die Schärfe der Schneide bleibt auch nach langem intensivem Gebrauch “im Feld” erhalten. Direkt aus der Verpackung heraus besteht das Manix 2 sofort den “Rasiertest” am Arm und nichts weniger sollte man heutzutage von Spyderco Klingen erwarten. Weiterhin hält die Klinge über Wochen hinweg ihre Schärfe, was sowohl für die Qualität des Schliffs als auch für die Qualität des Stahls spricht.

Spyderco Messer haben eine ziemlich markante Klingenform mit hohem Wiedererkennungswert. Allerdings ist die Spitze etwas dünn, daher muss Vorsicht walten lassen um sie nicht abzubrechen wenn man Dinge aufhebeln will.

Schloss und Bedienung

Das Verriegelungssystem des Manix 2 ist etwas Besonderes und wird als “Kugellagerverriegelung” bezeichnet. Es arbeitet mit einem federbelasteten Kugellager aus Polymerharz welches die Klinge fest in Position hält. Polymerharz als Verschluss hört sich vielleicht zunächst nicht sehr vertrauenerweckend an, aber es ist “tried and tested” und funktioniert absolut zuverlässig.

Entriegelt man das Messer geht das ohne der Klinge in den Weg zu kommen. Damit eignet es sich ganz besonders für die Bedienung mit nur einer Hand. Der einzige Nachteil des Verriegelungsmechanismus ist die Stärke der Feder – es braucht einiges an Kraft um das Schloss mit einer Hand zu lösen. Der Verriegelungsmechanismus wird nach einer gewissen “Einlaufzeit” weicher, könnte aber trotzdem für den einen oder anderen ein Problem darstellen. Wer ein Messer mit Einhandbedienung sucht sollte es also definitiv daraufhin testen!

Griffe

Eine heutzutage übliche Kombination bei Taschenmessern dieser Klasse und auch bei dem hier begutachteten Manix 2: G10-Griffschalen mit Edelstahlfutter. Die Griffe haben eine schöne Haptik und ein mattschwarzes Finish. Die Textur der G10-Griffschalen ist weder zu kleinteilig noch zu grob, auch nicht aggressiv strukturiert und verleiht dem Messer einen ausgezeichneten Griff.

Manix 2 mit G10 Griffschalten

Zu beachten ist, dass das Futter des Standardmodells nicht skelettiert ist, was zwar die Festigkeit erhöht, aber auf Kosten von Mehrgewicht. Ein weiter Vorteil eines solideren Futters ist es, dass sich weniger Schmutz und Krümel ansammeln, wodurch es weniger oft gereinigt werden muss.

Der Griff verfügt über zwei große Ricassi, die sich perfekt zum präzisen Schneiden eignen und gleichzeitig einen bequemen Griff gewährleisten. Die Daumenrampe, der Griff und die Fehlschärfe der Klinge selbst weisen ebenfalls eine solide und komfortable Riffelung auf. Somit ist es weitaus unwahrscheinlicher an diesem Messer mit dem Finger zu verrutschen als an anderen Messern dieser Klasse.

Lanyard und Taschenclip

Das Manix 2 verfügt zudem über ein großes Lanyardloch, das für Standard-Paracord geeignet ist. Der Spyderco-Taschenclip ist frei nach persönlicher Vorliebe konfigurierbar. Er ist ziemlich hoch am Messer angebracht für einen guten Tragekomfort tief in der Tasche, auch ermöglicht er das Tragen des Messers in der Tasche mit Spitze nach oben.

Vergleich Manix 2 und Paramilitary 2

Viele die sich für das Manix 2 interessieren sind möglicherweise versucht das Manix 2 mit dem Paramilitary 2 (siehe hier) zu vergleichen. Das Paramilitary 2 ist die Lara Croft unter den Messern – stilvoll und sexy, aber wenn nötig macht es kurzen Prozess. Das Manix 2 ist eher das Arbeitstier – ultra-robust, aber ihm fehlt etwas die Eleganz. Nichts desto trotz sind beide erstklassige Messer und letztendlich hängt es davon ab wie und wo es eingesetzt werden soll.

Möglicherweise scheiden sich aber auch am Verschluss die Geister. Viele ziehen das Kompressionsschloss des Paramilitary 2 dem Kugellagerschloss des Manix 2 vor. Zudem macht das Öffnen und Schließen des Paramilitary 2 auch deutlich mehr Spaß. Plant man jedoch das Messer öfter mal abseits der Zivilisation einzusetzen, punktet das Manix 2 klar mit seiner Robustheit.

Zusammenfassung

Mit dem Manix 2 hat Spyderco ein herausragendes taktisches Taschenmesser für eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten geschaffen. Vor allem ist das Manix 2 aber ist eines: ein EDC-Messer das man hart ran nehmen kann! Es wird in den USA aus S30V-Stahl gefertigt, hat einen hochmodernen Verriegelungsmechanismus und mit rund 150 € ein gutes bis sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Positiv: Robust, schöne Klinge, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Negativ: Der Verschluss benötigt Kraft, vor allem am Anfang.
Fazit: Wenn es hart auf hart kommt kann man sich darauf verlassen.

Spyderco Taschenmesser Manix 2 S30V

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Alternative Varianten:

Manix 2, schwarz, S30V – hier

Manix 2 XL, schwarz, S30V – hier

Manix 2, 154 CM, G10 – hier

Manix 2, 154 CM, FRN, blau durchsichtig – hier

Manix 2, CTS-BD1, FRCP – hier

Auch interessant:

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S30V Edelstahl – Datenblatt – hier.

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Leitfaden Messerstahl

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Tabellarische Übersicht Messerstahl

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Favoriten nach Stahlsorte

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Messerstahl-FAQ – Teil 3

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Noch mehr zu S30V

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