Chaos – Polizei, Feuer und Schwarzer Qualm

Notvorrat für Zuhause anlegen – 10 Top-Tipps für den Notfall

Der Corona-Virus ist derzeit ja förmlich in aller Munde. Was er uns zeigt (und hoffentlich nicht eintreten wird): eine Pandemie oder Naturkatastrophe könnte uns quasi über Nacht dazu zwingen, von unserem Verstand und unserem Vorrat an Nahrungsmitteln zu leben. Darum: wenn es nicht anders geht sollte man klein anfangen, immer ein bisschen zu seiner Zeit, doch ultimativ sollte man Anfangen einen Notvorrat für Zuhause anzulegen. Besser jetzt und “better safe than sorry” – besser sicher sein als es nachher bereuen!

Wie anfangen?

Viele von uns sind gelähmt von der Aufgabe sich auf eine Notfallsituation mit unklarem Ausgang vorzubereiten, denn es ist schwer für das Unbekannte zu planen.

Aber das Anlegen von Lebensmittel- und Wasservorräten sollte man sehen wie den Kauf einer Versicherung. Möglicherweise wird der eigene Haushalt vielleicht nie mit einem verheerenden Erdbeben, einem lähmenden Sturm, einer Pandemie oder einer anderen Katastrophewie dem totalen Zusammenbruch der Zivilisation konfrontiert werden. Aber was wenn doch? Der Mensch kann, wenn er gut genährt ist und sich nicht viel bewegen muss einige Wochen ohne Nahrung auskommen. ohne Wasser bestenfalls aber nur ein paar Tage ohne Wasser.

Und kommt die Katastrophe dann, ist es zu spät wenn sie im Radio und Fernsehen angekündigt wird, denn dann werden alle die Supermärkte stürmen. Wer bis dahin nicht zumindest das nötigste vorgesorgt hat, hat dann ganz schlechte Karten, denn er kann noch nicht mal damit rechnen, dass noch Wasser aus der heimischen Leitung kommt. Darum, genung der Vorrede, hier sind 10 einfache Tipps um endlich damit zu beginnen sich einen Notvorrat für Zuhause anzulegen.

Tipp 1: Ziel setzen und anfangen

Wie viel einlagern? Sollten man einen Vorrat für drei Tage anstreben? Oder reicht ein Notvorrat für drei Monate? Die Ratschläge sind unterschiedlich, je nachdem, welche Art von Notfall am ehesten dort eintritt, wo man selbst lebt, und wie lange damit zu rechnen ist von der Versorgung abgeschnitten zu sein.

Tipp 2: Wasser priorisieren und es sicher einlagern

Unsere Bundesregierung hat bereits 2016 darauf hingewiesen Notvorräte für zuhause anzulegen (siehe beispielsweise hier) und selbst eine Checkliste und Empfehlungen rausgegeben (siehe hier). Die Empfehlung für Wasser liegt beispielsweise bei einem MINIMUM von 2 Litern pro Tag und Person für 10 Tage, also 20 Liter pro Person. Bei einer 4 köpfigen Familie sind das bereits 80 Liter, oder 9 1,5L-“Sechser”. Wohl gemerkt ist das nur Trink- und KEIN Brauchwasser! Wasser zum Kochen oder Waschen geht extra! Wohl dem der ein Grundstück mit eigenem Brunnen oder zumindest eine Zisterne sein eigen nennt …

Weiterhin wird empfohlen einen ausgewogen Nahrungsmittelvorrat für diesen Zeitraum zu bevorraten, allerdings ist man auf der sicher(er)en Seite wenn man sich auf einen längeren Zeitraum vorbereitet. Ich würde mindestens einen Monat erwägen, mehr dazu später.

Welches Wasser soll ich nehmen?

Hört sich vielleicht doof an, aber bei Wasser gibt es einiges zu beachten. Wasser ist nicht gleich Wasser. Darum das wichtigste zuerst:

Ungeöffnetes, kommerziell in Flaschen abgefülltes Wasser ist die sicherste und zuverlässigste Notfallwasserversorgung.

Die nächstbeste Option ist “Kranenburger” das Wasser aus dem Wasserhahn. Aber Vorsicht: die Wasserqualität schwankt von Ort zu Ort und gerade in Wohnanlagen kann Kontaminierung der Anlage mit Legionellen ein Problem sein. Dieses Wasser möchte man im Zweifelsfall nicht unbehandelt trinken. Und um es zu behandeln muss man erst mal wissen WIE.

Was ist mit Quellwasser?

Quellwasser ist natürlich auch eine Option, eventuell sogar die Beste, WENN man eine SICHERE Quelle mit Wasser in Trinkwasserqualität in der Nähe hat. Ich selbst wohne beispielsweise an einem Ort wo es mehrere Thermalquellen in der Nähe hat, aber zumindest von einer Würde ich schon aus geschmacklichen Gründen keine größeren Mengen trinken wollen.

Leitungswasser

Wer sich für die Option “Leitungswasser” entscheidet, sollte aber das eine oder andere beachten. Zum einen braucht man Behälter und zum anderen muss man Sicherstellen dass das Wasser nicht verdirbt, sprich, der Behälter sollte (auch) für die Trinkwassserbevorratung ausgelegt sein (lebensmittelechte Kanister mit Ausgießer: hier auf Amazon).

In jedem Fall sollte man aber folgendes beachten:

  • Überprüfen des Verfallsdatum bei im Handel erworbenes Wassers
  • Regelmäßig ersetzen durch sukzessiven Verzehr und Neukauf
  • Ersetzen von selbst gelagertem Wasser spätestens alle sechs Monate

Wasseraufbereitung

Chemisch – mit Chlor

Am einfachsten geht es mit professionellen Produkten wie Micropur, das es in unterschiedlichen Darreichungsformen gibt (Amazon):

  • Tabletten: hier (Amazon)
  • Flüssig: hier (Amazon)
  • Pulver: hier (Amazon)

Für kleinere Mengen sind die Tabletten am Besten, für größere Mengen wie Kanister und Tanks das Pulver bzw. die flüssige Form.

Chemisch – mit Jod

Eine weitere Möglichkeit Wasser chemisch zu entkeimern ist JOD. Hierzu auf eine 1,5 L Flasche 2-3 Tropfen Jod zugeben. Entweder Povidon-Jod aus der Apotheke oder das hier (Amazon) mit praktischer Pipette zur besseren Dosierung. zugeben, und 1 Stunde warten.

Expertentip: Vitamin C Pulver, hier (Amazon) neutralisiert nach der Einwirkungszeit den eher unangenehmen Jod- bzw. Chlor-Geschmack

Solar

Kleinere Mengen KLAREN Wassers können einfach entkeimt werden indem man eine KLARE PET Flasche oder Glasflasche aus WEISSEM GLAS für ein paar Stunden in die Sonne legt. Die UV Strahlen töten dann eventuelle Keime. Es gibt allerdings 2 Probleme:

  1. UV-Strahlung befreit das Wasser nicht von Schwermetallen. Wer also nicht sicher ist > FILTERN!
  2. Im Winter steht in nördlichen Breiten die Sonne zu tief und ist ggf. nicht stark genug > Risikofaktor

Abkochen

Ist für die meisten das Naheliegendste, ohne Strom aber sehr aufwändig und ressourcenintensiv (Brennstoff, Zeit).

Wasserfilter, kommerziell

  • Lifestraw – hier (Amazon)
  • Sawyer – hier (Amazon)
  • Katadyn – hier (Amazon)

Der Lifestraw ist die perfekte Lösung für unterwegs – man kann direkt aus der Wassserquelle trinken! Der Sawyer ist ein kleiner, leichter Filter, man muss das Wasser allerdings manuell durchdrücken oder saugen. Ist ein “könnte man mal brauchen” Wasserfilter, für Situationen wo man davon ausgeht dass Trinkwasser Verfügbarkeit kein Problem ist (Beispiel Quelle/Brunnen in der Nähe). Der Katadyn ist das Heavy-Duty Teil für Expeditionen wo man damit rechnen muss längere Zeit nur an Brackwasser zu kommen. Meiner Ansicht nach für Mitteleuropa etwas zu viel des guten, zumal man den Filter auch pflegen. Ich würde mehrere Sawyer oder Lifestraws nehmen.

Wasserfilter selber machen

Einen Wasserfilter selber zu machen ist gar nicht so schwer, wenn man weiß wie. Ein Wasserfilter muss sowohl Schwebstoffe, Bakterien und Viren raus filtern, als auch Gifte und Schwermetalle neutralisieren. Das erreicht man von unten nach oben durch Stoff/Vlies, Sand, kleine Steine, größere Steine. Eine gute Anleitung gibts hier:

Quelle: Natur, Bushcraft und Kochen

Tipp 3: Notvorrat für Zuhause auf einmal kaufen

Wenn man das Geld und den Platz hat, sollte man in Erwägung ziehen den Notvorrat für Zuhause auf einmal zu kaufen. Hier ein paar Beispiele:

Krisennahrung NRG-5

1 Karton mit 24 Packungen à 500g, 9 Riegel 2300kcal und pro Packung.

NRG-5 ist lactosefrei, vegan, frei von Gentechnik, geeignet für Personen ab 6 Monaten und sofort verzehrfertig; es schmeckt leicht süß und kann mit Wasser als Brei oder verdünnt als Energy Drink zubereitet werden. Die Langzeitnahrung enthält rein pflanzliche Kohlenhydrate, Fett, und Protein, die Vitamine A-C-D3-E-B12 und die Mineralstoffe Kalzium, Phosphor, Kalium, Magnesium und Eisen. Hier (Amazon).

Anmerkung: Ganz ohne Fleisch ist langfristig wahrscheinlich nicht die beste Idee.

BP ER Elite Emergency Food

Hochgradig nahrhafte Not- und Krisennahrung, ähnlich NRG-5 – hier (Amazon).

12 x 400 g Fertiggerichte-Mix in Dosen

  • Mindestens haltbar bis Ende 01/2030
  • nach altem handwerklichen Geschick und Rezepten hergestellt.
  • soweit möglich regional bezogene Zutaten.
  • soweit möglich ohne Geschmacksverstärker und Farb- oder Aromastoffe.
  • Hier (Amazon)

10 x 170 g Bundeswehr Roggenschrotbrot

  • Dosenbrot aus der Bundeswehrproduktion
  • wiederverschließbar durch mitgelieferten Deckel
  • leicht zu öffnen durch Ring-Pull Verschluss
  • Ideal als Notvorrat oder für Outdoor- und Trekkingaktivitäten!
  • Hier erhältlich (Amazon)

Tipp 4: In diese Lebensmittel investieren

Notrationen essen kann schnell langweilig werden, außerdem hebt Essen die Moral. Man kann seinen Notvorrat für Zuhause auch mit normaler Supermarktware decken (warum auch nicht). Lebensmittel sollten abwechslungsreich sein, ernährungsphysiologisch tendenziell über eine hohe Energiedichte verfügen (Kalorien), einen hohen Nährwert für die Masse bieten (Protein, Fett, Vitamine, usw.), schmackhaft sein und im Zweifelsfall KALT GEGESSEN werden können. Auf möglichst lange Haltbarkeit achten und Dosenöffner nicht vergessen.

Meine (unvollständige) Liste enthält:

  • Erdnussbutter
  • Vollkorncracker (idealerweise vakuumverpackt für längere Haltbarkeit)
  • Studentenfutter
  • Cerealien
  • Müsliriegel
  • Trockenfrüchte
  • Dosenfisch wie Thunfisch, Lachs, Hering, Makrele
  • Dosenfleisch / -wurst
  • Gemüsekonserven Bohnen, Karotten, Erbsen, Mais, … (Bei Hülsenfrüchten die Flüssigkeit nicht mitessen).
  • Dosensuppen und Gerichte wie Chili, Ravioli, Eintopf, …
  • Sauerkraut
  • Roggenvollkornbrot
  • Obstkonserven
  • Apfelmus
  • Sportgetränke / Elektrolytpulver
  • Salz, Zucker, Pfeffer (in der Reihenfolge, am besten Meersalz!)
  • Trockenmilch
  • Multivitamintabletten
  • Honig
  • Schokolade
  • Marmelade
  • Tee
  • Kaffee (auch gut zum tauschen)

Tipp 5: Samen und Keimlinge nicht vergessen

Samen und Keimlinge sind eine gute und einfache Art die Versorgung mit frischer Nahrung sicher zu stellen. Eine ausführliche Anleitung gibt’s hier.

Tipp 6: Frische Lebensmittel als Notvorrat für Zuhause

Sieht man Probleme kommen, kann aber noch frische Lebensmittel kaufenund hat zudem auch die Möglichkeit diese kühl, trocken und dunkel lagern zu können, dann sollte man in diese Lebensmittel investieren:

  • Äpfel
  • Zitrusfrüchte – Zitronen, Organen, …
  • Kartoffeln
  • Kohl
  • Unreife Tomaten
  • Unreife Avocados
  • Winterkürbis
  • Eier
  • Luftgetrocknete Fleischwaren – Salami, Schinken, …
  • Luftgetrockneter Fisch

Tipp 7: Getrocknete Lebensmittel wenn’s länger dauert

Dosen und Müsliriegel sind als Notvorrat für Zuhause kurzfristig in Ordnung. Aber eine wirtschaftliche Vorratshaltung über Wochen oder Monate bedeutet, dass man vermehrt in Trockenwaren wie Nudeln, Reis, ungekochte Hülsenfrüchte, Mehl, Gries, Milchpulver und getrocknetes Obst und Gemüse einlagern muss. Hier muss zudem darauf geachtet werden, dass die Lagerung sicher vor Fressfeinden (Mäuse, Ratten, Motten) geschieht. Am besten in (luftdicht) verschliessbaren Gebinden, Schraubgläser, Tupperdosen, Eimer, Fässer …

  • Zucker- / Stärke: Reis, Mehl, Zucker, Maismehl, Nudeln, Popcorn, getrocknete Kartoffeln und Haferflocken
  • Proteine: Bohnen, Linsen, Trockenmilch, Fisch- und Fleischkonserven, Samen, Nüsse, trockener Käse, Eipulver
  • Vitamine: Tomaten-, Gemüse- und Obstkonserven, Trockenfrüchte, Instant-Gemüsesuppe
  • Geschmack und mehr: Speiseöle, Schokolade, Marmelade, Gewürze, Hefe, Gewürzsoßen, Salz, Kaffee, Tee

Am Besten man packt alles in eine Kiste die für zwei Wochen ausgelegt ist. Wenn Geld und Platz es erlauben, kann das Vorratslager um weitere identische Kisten erweitert werden.

Tipp 8: Grosspackungen kaufen und sparen

Um den Notvorrat für Zuhause günstig einzukaufen muss man sich zunächst mal umschauen und Preise vergleichen. Möglichkeiten gibt es viele. Die klassischen Sonderangebote, Einkaufsklubs Lebensmittelgenossenschaften, Direktverkauf ab Lager sind einige gute Quellen für niedrigere Preise. Hülsenfrüchte kauft man am besten bei “Ethno”-Läden (Pakistanis, Bangladeshis). Inder sind i.d.R. zu teuer, Türken auch (nicht-repräsentative persönliche Erfahrungswerte). Reis am Besten in einem China-Supermarkt, wie sie sie mittlerweile in vielen großen Städten gibt.

Tipp 9: Trockenfrüchte selber machen

Trockenfrüchte sind oft geschwefelt und enthalten zusätzlichen Zucker, Trockefrüchte und Gemüse kann man aber auch leicht selber machen. Eine Anleitung gibt’s hier.

Tipp 10: Eingelagerten Notvorrat für Zuhause rotieren

Um sicherzustellen, dass die eingelagerten Lebensmittel noch geniessbar sind wenn man sie braucht sollte man deren die Haltbarkeit beachten. Dazu müssen sie vorschriftsmäßig gelagert und das Mindesthaltbarkeitsdatum beachtet werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt genau das was der Name schon sagt – nämlich wie lange das Lebensmittel MINDESTENS haltbar ist. Das ist mehr eine juristische Frage im Sinne der Gewährleistungspflicht, als eine lebensmitteltechnische Frage.

Ich persönlich habe schon Milchprodukte und Eier gegessen die Wochen (Eier) oder gar monate über das MHD drüber waren, kein Problem – dazu raten tue ich aber aus rechtlichen Gründen nicht – d.h. ICH RATE DAVON AB!

Im Zweifelsfall gilt: riecht es komisch oder sieht es komisch oder fühlt es sich komisch an: NICHT ESSEN!

Bonustipp für Fortgeschrittene:

Lebensmittel, selber haltbar machen, am Besten aus eigener Produktion – hier.

Titelbild: Aloïs Moubax von Pexels

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